Unser Torfstichweiher im Rälliker-Ried - Ein Augenschein ein Jahr nach seiner Entstehung

An diesem kalten Novembertag präsentiert sich der Weiher wie ein glänzendes Auge in der abgemähten Riedwiese. Tiere sind keine mehr auszumachen, aber ein reicher Pflanzenbewuchs zeigt, dass sich reges Leben hier angesiedelt hat. Schilf und Rohrkolben wachsen am Teichrand und decken die Wasserfläche gegen den Fussweg fast vollständig ab.

Weisse See- oder Teichrose
Weisse See- oder Teichrose (Nymphaea alba)

Am auffälligsten sind im Moment die Blätter der weissen See- oder Teichrose (Nymphaea alba). Da es sich durchwegs um junge Pflanzen handelt, die sich spontan aus Samen entwickelt haben, sind die Schwimmblätter noch klein und können leicht mit denjenigen der Gelben Teichrose (Nuphar lutea) verwechselt werden. Wenn alles gut geht, werden uns in Zukunft von Juni bis August ihre wunderschönen, fein duftenden Blüten erfreuen. Sie sind jeweils vom Morgen bis gegen vier Uhr nachmittags geöffnet und werden von Insekten bestäubt.

Teichwasserstern
Teichwasserstern

Auch der Teichwasserstern ist reichlich vertreten. Seine paarweise angeordneten Blätter und die weisslichen, schwimmenden Wurzeln, die von den Achsen jedes Blattpaares ausgehen, sind unverkennbar. Die Blüten sind kaum sichtbar, denn sie haben keine Kronblätter. Diese Pflanze findet man auch in wassergefüllten Radspuren oder auf Sumpfböden, sie ist also keine reine Wasserpflanze.

Fieberklee
Fieberklees (Menyanthes trifoliata)

Weniger häufig sind die dreigeteilten Blätter des Fieberklees (Menyanthes trifoliata). Mit dem Wiesenklee hat die Pflanze allerdings gar nichts zu tun. Ihr Name zeigt, dass es sich um eine alte Heilpflanze handelt. Die Bitterstoffe in Wurzel und Blatt werden heute kaum mehr arzneilich verwendet, dafür sind seine ausgefransten weiss/rosafarbenen Blütenblätter eine Zierde für jedes Gewässer. Auch die Hummeln wissen den Fieberklee zu schätzen.

Der Teichboden ist im bräunlichen Torfwasser kaum zu erkennen. Trotz seiner Färbung wirkt das Wasser sehr sauber. Glücklicherweise stehen nur einige kleine Erlen und eine ebenso kleine Birke in ordentlichem Abstand zum Weiher. So ist die Gefahr einer Überdüngung durch den Laubfall mit all ihren negativen Folgen nur sehr klein.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich der Weiher schon so in die Riedlandschaft eingefügt hat, wie wenn er seit Jahrzehnten bestünde. Zu finden ist er dicht links neben dem Weg, der vom Bad Egg zum Beobachtungsturm im Riediker Ried an der Mönchaltorfer Aa hinüberführt. Dicht neben dem Weiher zweigt ein Bewirtschaftungsweg ins Ried ab, der mittels einer Schranke abgesperrt ist.

(13.11.2004 E.Sutter)