Mönchaltorfer Turpe

Bis in die dreissiger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde auch in Mönchaltorf Torf für Heizzwecke gestochen, die sogenannten Turpen. In der heute fruchtbaren Ebene östlich des Dorfes erstreckte sich das Gossauer Ried, das 1942 im Laufe der ‘Anbauschlacht‘ für die Gewinnung von Lebensmitteln urbar gemacht wurde.

Dort fand man Torfschichten mit einer Mächtigkeit bis zu 3.50 m. Mit dem Turpenmesser oder Turpenscheit, einer Art Spaten mit L-förmiger Klinge an einem Holzstiel wurden die schwarzbraunen Soden abgestochen. Anschliessend wurden sie auf kleinen Holzbrettern zum Trocknen ausgelegt. Das war die Arbeit von Frauen und Kindern. Nach einigen Wochen mussten die Turpen gewendet werden. Gleichzeitig wurden sie kreuzweise aufgeschichtet, damit sie vom Wind getrocknet wurden. Dadurch verloren sie viel Gewicht. Bis spätestens im September musste man die Turpen nach Hause holen. Das war eine strenge Arbeit, alles musste auf dem Rücken aus dem Ried getragen werden, denn Fuhrwerke versanken im Morast. Andernorts hatte man kleine Schutzhütten bei den Turpenlöchern als Zwischenlager. Im Winter, wenn das Ried befahrbar war, holte man das trockene Brennmaterial mit dem Schlitten nach Hause.

Torf ist eine Vorstufe der Braunkohle. Er entsteht, wenn sich abgestorbene Pflanzenteile unter Luftabschluss zersetzen. Sein Heizwert in luftgetrockneter Form entspricht etwa demjenigen von Brennholz.

Warum machte man sich die Mühe mit der Torfgewinnung? Ursprünglich war unser Land von dichten Wäldern bedeckt. Mit wachsender Bevölkerung wurde immer mehr gerodet und Brennholz wurde rar. In dieser selbstgemachten Holznot suchte man einen Ausweg und fand ihn im Ersatzprodukt Torf.

Die Zeiten des Torfabbaus sind in Mönchaltorf seit der Meliorierung im zweiten Weltkrieg endgültig vorbei.

(H.Schürch)

Torfgewinnung
Torfgewinnung

Maurmer Turpe

In der Gemeinde Maur sind drei Torfstiche bekannt. Der wohl ergiebigste war in der Guldenen auf der Forch. Als 1918 wegen des Kriegs keine Kohle mehr erhältlich war baute die Doldergesellschaft Zürich die Torfschicht vollständig maschinell ab.

In der Chellen beim Süessblätz oberhalb Ebmatingen wurde ebenfalls Torf von Privaten gestochen. In Seenähe, beim heutigen Rausenbach-Zeltplatz, bestand bis zum zweiten Weltkrieg ein zerfallener Torfstich. Er wurde in der Folge zugeschüttet.

(H. Meier)